Standard. Warum er ordnet. Und Unternehmen normaler macht als sie sind.

Ich mag keinen Standard. Aber ich liebe Standards.

Wir Deutschen lieben Standards. Din-Normen sind etwas ganz Feines. Standards sind Teil unserer Ingenieurs-Kunst. Sie helfen uns, Dinge einzuordnen. Sie schaffen Vergleichbarkeit. Sie sichern Qualität. Sie geben Sicherheit, wo Sicherheit notwendig ist. Prozesse. Abläufe. Schnittstellen. Materialien. Anforderungen. Standards schaffen eine Grundlage. Niemand möchte jedes Mal von vorn beginnen.

Standards für Unternehmen – mehr als Normen

Soweit, so vernünftig.

Schwierig wird es an einer anderen Stelle. Dann nämlich, wenn Standards unmerklich in Bereiche hineinreichen, in denen es um Eigenart geht. Wenn es um Fragen geht, die ungefähr so klingen:
- Wer sind wir als Unternehmen? Was macht uns besonders?
- Wer bin ich als Geschäftsführer und Geschäftsführerin? Und wie möchte ich mein Unternehmen formen?
- Wie stellen wir uns im Markt auf? Wie positionieren wir uns?

Diese Fragen sind manchmal so groß und so mächtig, dass ein Flattern entsteht. Wo soll man denn da bloß anfangen. Und ehe man sich versieht, sind wir bei dem Gedanken “Wie machen es eigentlich die anderen?” und wir suchen tapfer nach “Vorlagen”.

Und die finden wir dann auch. Entweder, weil uns Modelle sagen, wie das so laufen muss, oder weil wir Felder ausfüllen, die uns herrlich sicher an die Hand nehmen. Und dann gibt es ja auch noch die anderen. Nachbarn, Kunden, Konkurrenten, Netzwerk-Kontakte, Freunde, Familie. Die wissen auch meistens, was richtig ist.

Et violá – schon haben wir genügend, um mittelgraue Soße mit blauen Formen zu generieren. Das ist seriös und das machen alle. Ist fast Standard.

Das klingt jetzt süffisant. Ich weiß.

Mir ist vollkommen bewusst: Wer viel entscheiden muss, greift auf das zurück, was sich bewährt hat. Wer mit Komplexität umgeht, orientiert sich an dem, was schon einmal funktioniert hat. Wer unter Druck steht, wählt oft das, was sich erklären lässt. Und ich habe größten Respekt vor dieser Verantwortung. Aber.

Aber genau dieser Respekt ist es, der verspricht, das geht viel besser! Viel passender! Viel stimmiger! Viel nachhaltiger! Viel attraktiver!

Und jetzt wird es spannend. Denn wir drehen den Spieß einfach mal um.

Wir nutzen die herrliche Doppeldeutigkeit und stellen die Fragen nicht an die anderen, sondern an uns selbst und ans Unternehmen:

  • Was sind unsere Standards?

  • Was sind die Standards unseres großartigen, einzigartigen, wertvollen Unternehmens?

  • Was ist für mich und für mein Unternehmen unverhandelbar?

  • Wo gibt es für mich keine Diskussion?

Jetzt sind Sie dort, wo Sie sein sollen. Bei Ihrem Anspruch. Bei Ihrer Messlatte. Bei Ihrem Gespür für Qualität. Und ich meine nicht die klassische QM-Geschichte. Ich meine das Gefühl, dass Inhaber und Inhaberinnen bekommen, wenn Sie Services und Produkte auf der Welt sehen, die sofort auslösen: “Das ist wie bei uns.” oder “So sollte es bei uns sein.”

Wir sind bei Ihrem ureigenen Maß für Ihr Unternehmen. Und das kann in jede Richtung auf jede Entscheidung angewendet werden.
Es ist das Erfolgsrezept der vergangenen Jahre und damit die Existenzberechtigung für Ihr Unternehmen.

Diese Standards lassen sich intuitiv identifizieren. Das umfasst Gespräche, den Blick in die Historie und ein bewusstes Wahrnehmen. Aber es ist kein Hexenwerk. Das Ergebnis ist jedoch schwerwiegend. Denn es ist die Maßeinheit Ihrer Führung. Und Standard für alle, die für diese Unternehmen wirken dürfen.

Einzigartigkeit und Anspruch ergeben sich aus der DNA des Unternehmens

Die Gefahr, die besteht? Sie werden ganz eigensinnige Dinge entdecken. Sie werden Zusammenhänge und Wechselwirkungen erkennen. Sie werden den Zauber von Aha-Effekten haben und Sie werden in die Situation geraten, die Annahmen ins Wanken bringen.

Sie werden Wortformulierungen finden, die Sie bisher nicht zugeordnet hätten, Sie werden mehr Mut entwickeln, als Sie sich vorstellen können und Sie werden trotziger. Weil Sie es immer stärker stören wird, wenn nicht in dem Maß gedacht, entschieden und gehandelt wird.

Denn wenn die Standards einmal formuliert wurden, sind sie sichtbar geworden und werden damit zu den Standards, die eingehalten werden müssen. Damit sie für Sicherheit und Orientierung sorgen. Für Verlässlichkeit und Qualität.


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