Review KU Kongress 2026. Wenn Raum zur Methode wird.

Ende Juni durfte ich beim KU Kongress 2026 von Kreatives Unternehmertum als Impulsgeberin wirken. Und das mit einem ganzen Raum.

Ich durfte ein Kabinett erschaffen: einen kuratierten Ort für unternehmerische Wahrnehmung. Einen Raum, in dem Unternehmertum nicht nüchtern über KPIs analysiert oder optimiert wurde, sondern sinnlich wahrgenommen werden konnte — räumlich, körperlich, intuitiv und ästhetisch. Das Kabinett war ein Parcours mit sieben Stationen, an denen die eigene Unternehmung aus ungewohnten Perspektiven betrachtet werden konnte.

Die zentrale Einladung lautete:
Geh von Station zu Station. Probiere aus, bevor Du erklärst. Stell Dich auf, forme, höre, spüre und verbinde Dich in Deinem unternehmerischen Wirken – egal ob als Gründerin, Inhaber, Nachfolgerin oder als Tough Leader.

Wir wissen ganz oft längst etwas über unser Unternehmertum und unsere Werte, bevor wir es in Worte fassen können.

Wenn es konkret wird, zeigt sich alles

Im Kabinett ging es um Fragen, die Unternehmer und Unternehmerinnen häufig begleiten — aber die sie selten in dieser Form gestellt bekommen:

Wie klar ist Deine Positionierung?
Was ist für Dich unverhandelbar?
Welche Form hat Deine Unternehmung?
Welchen Takt hast Du?
Wie willst Du berühren?

Jede Station öffnete eine andere Wahrnehmungsebene. Bei der Positionierung ging es darum, sich buchstäblich in das eigene unternehmerische Wirken hineinzustellen: vom Kern über Können, Angebot und Markt bis hin zur Funktion in der Welt.

An anderer Stelle lud ein Spiegel dazu ein, die eigene unternehmerische Identität bewusster wahrzunehmen: Was bleibt unverhandelbar — unabhängig davon, was außen gerade verlangt wird?

Mit Knete wurde Unternehmertum plötzlich plastisch. Es bekam seine Form, Gewicht, Einkerbungen, Rundungen, Widerstand oder Weichheit. Eine Unternehmung konnte blockartig erscheinen, zart, zackig, zusammengesetzt oder überraschend klar.

Auf einem Xylophon spielten gestandene Unternehmer ihre Taktung, ihren Rhythmus und ich durfte erleben, wie jemand völlig versunken „Nein, das ist zu schnell“ zu sich sagte und ich wusste: Dieser Raum funktioniert ganz schnell ganz tief.

Über Stoffe wurde die Frage nach Wirkung und Berührung konkret: nicht als Oberfläche, sondern als Erfahrung. Die größte Erkenntnis: „Was mir gefällt“ und „was für uns stimmig ist“, ist oft nicht identisch.

Von einem leeren Zimmer zu einem sinnlichen Erlebnisraum

Für mich war dieses Kabinett eine Übersetzung meiner Arbeit und der Beweis, dass man garantiert über sinnliche Impulse zu Antworten kommt, die sonst nur mit wahnsinniger Anstrengung ergründet werden.

Unternehmerische Identität, Ästhetik und Wirkung sind keine rein vernünftigen Themen. Sie werden spürbar in Proportionen, Materialien, Tempo, Farben, Gesten, Blickrichtungen, Sprache und Atmosphäre. Deshalb wollte ich einen Ort schaffen, an dem Denken und Wahrnehmen zusammenkommen – auf ganz leichte Art.

Die Besucher:innen konnten sich durch den Raum bewegen, verweilen, ausprobieren, beobachten. Manche Antworten entstanden super schnell. Andere zeigten sich erst im Tun und wenn Stille im Raum war. Es ging nicht darum, sofort die perfekte Formulierung zu finden. Es ging darum, wahrzunehmen, was unmittelbar stimmig wirkt — und was überrascht.

Mein Impuls und die Lesung

Neben dem Kabinett durfte ich einen zehnminütigen Impuls geben und aus meinem Buch lesen.

Auch hier ging es mir um den Gedanken, der meine Arbeit durchzieht: Eine Unternehmung ist nicht nur ein Geschäftsmodell. Sie ist Ausdruck. Haltung. Form. Beziehung. Wirkung.

Mein Buch „Sein oder Nichtsein“ führt diesen Gedanken weiter — mit Impulsen zu Unternehmertum, Identität, Führung und Ästhetik. Im Kabinett war es deshalb natürlich die abschließende Station: eine Einladung, weiterzugehen, weiterzudenken und die eigene Unternehmung ganzheitlicher zu betrachten.

Es war berührend.

Wenn monatelang Ideen durch den Kopf springen, Kreatives Unternehmertum als Wegbegleiter und Gastgeber sagt „Ja, mach!“ und dann der Moment Realität wird, in dem Menschen ohne zu zucken zur Knete stürzen und sich vollkommen auf dieses Angebot einlassen – dann zeigt sich ein Gänsehautmoment. Und ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und für den hervorragenden Support des Teams der Location LiLo Spaces.

Die Teilnehmenden kamen so offen und neugierig, haben alles sofort ausprobiert und sind völlig fasziniert wieder aus dem Raum gegangen. Sie haben geformt. Gehört. Gefühlt. Gelesen. Kombiniert. Sich positioniert. Und mir den Beweis geliefert, dass wir für ein gesundes Morgen andere – gute, angenehme, leichte Wege gehen dürfen, um unsere Unternehmen wohlwollend und knallhart erfolgreich zu führen.

Danke an Kreatives Unternehmertum für die herzliche Einladung, das tiefe Vertrauen und den Raum, diesen Beitrag auf meine Weise zu gestalten.

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Stolz. Wenn etwas gelingt.