Über Sein oder Nichtsein. Die Kunst, Unternehmen zu führen.

Wir bringt man all die Bilder, die im Kopf sind, in die Welt. Bilder, die sich viele nicht vorstellen können und die dann aber für “Ah! Ja!” sorgen, wenn man sie beschreibt. Zusammenhänge, die Unsichtbares sichtbar machen. Gedanken, die vermeintlich nichts mit Unternehmertum zu tun haben und dann zeigen, wie sehr sie doch in der Wirtschaftswelt wirken.

Ich habe mich entschieden ein Buch daraus zu machen, das kein Buch ist.

What? Ja!

Ich liebe Bücher, Papier, Worte und Wörter und wusste, dass mein Buch eher ein Ort sein soll, der ganz viel bündelt: Bilder, die unüblich sind, Texte, die märchenhaft sinnlich sind, Themen, die man vielleicht in Mode oder Architektur-Magazinen erwartet, aber doch nicht als Analogie zu Führung und Leadership. Gedanken, die von sich behaupten, zu wissen wie gesundes Wirtschaften geht und wie eine gute Zukunft von Unternehmen aussehen kann. Also bündelte ich alle losen Fäden: Überzeugungen, ästhetische Prinzipien und meinen Fokus von Studio Claudia Schuberth und Violá nun ist es da …

Ich nehme Sie und euch jetzt einfach mal ein bisschen mit und bin neugierig, was die Welt dazu sagt.

 

Zu allererst: Wir brauchen einen Titel

Im Vorfeld wurde mir schmunzelnd gesagt, das Buch würde “Claudias Blick auf die Welt” heißen müssen, weil es so unüblich und so besonders wäre. Und ja, das Buch ist eine, meine Ausdrucksform und kommt aus meinem Kopf. Aber es geht ja nicht um mich. Es geht um die Essenz, den Kern von dem, was wir vor uns haben, wenn Inhaberinnen und Inhaber, Gründerinnen und Gründer, Nachfolgende ihre Unternehmungen ernst nehmen, verantworten, führen, formen, prägen und weitergeben. Also?

Nun ja. Unternehmertum ist Sein.

Nicht Wollen. Oder Können. Oder Müssen. Oder sogar nur Haben.

Sein.

Mit Haut und Haaren, mit Kopf und Herz und Körper und allem, was uns einzigartig macht.

Und in allem, was wir als Unternehmende tun, und in allem, was unser Unternehmen tut, zeigt sich Identität. Etwas drückt sich also aus und wird von außen wahrgenommen. Nichts anderes ist Ästhetik. Kann man doch so sagen, oder?

Also ja, der Titel „Sein oder Nichtsein“ ist nicht zufällig gewählt. Natürlich ist er groß, und ja, er hat etwas Dramatisches. Aber Unternehmensführung ist auch dramatisch, wenn man sie nicht auf Managementroutinen reduziert.

Und der Begriff Kunst im Untertitel ist ebenfalls nicht dekorativ oder provokant gemeint. Denken Sie ja nicht, dass Unternehmensführung schöngeistig werden soll. Ha! Nein, es geht darum, dass Führung Formbewusstsein braucht. Dass man spüren muss, wann etwas stimmt und wann es nur plausibel klingt. Dass man unterscheiden lernen muss zwischen dem, was gerade modern ist, und dem, was wirklich zur eigenen Unternehmung gehört.

Die Form des Buches

An allen Ecken wird gerade von Transformation gesprochen. Ich habe gelernt, dass Transformation, also Verhaltensänderung von einzelnen Menschen bis hin zu ganzen Organisationen, nur funktioniert, wenn sie einlädt. Das ist der einzige Weg. Es gibt noch Not und Druck.
Not? Schafft sich die Welt selbst, das müssen wir nicht noch zusätzlich etablieren, zumal dann unsere Ängste die große Bühne bekommen.
Druck? Wird vielleicht zu Performance führen, aber niemals zur völligen Potentialentfaltung und nachhaltigen, regenerativem Erfolg.

Also?
Wenn Menschen Impulse bekommen, die nicht sofort Vorgaben und Verbote sind, sondern Einladungen, dann fangen sie an, nachzudenken und dem nachzugehen.

Genau deshalb ist auch die Form dieses Buches wichtig. Es soll nicht erklären, wie etwas zu sein hat oder Antworten geben. Es soll Räume öffnen. Es soll Impulse lostreten. Es soll einladen, anders auf Unternehmen, Führung und Unternehmertum zu schauen. Es soll verführen. Es soll nach Leichtigkeit schmecken. Es soll alle Sinne anregen. Es soll unsere spielerische, humorvolle, verheißungsvolle Seite zum Klingen bringen.
Weil wir zwar ganz großartig vernünftige Erwachsene sind, aber eben auch nur überleben, will wir fünf Sinne, Herz und Emotionen, Erinnerungen und Sehnsüchte haben. Und damit arbeiten wir.

„Durch die Schönheit wird der sinnliche Mensch zur Form und zum Denken geleitet; durch die Schönheit wird der geistige Mensch zur Materie zurückgeführt und der Sinnenwelt wiedergegeben.“

Friedrich Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen, 1795, 18. Brief

Über den Inhalt des Buches

Ich habe mich entschieden es nicht Inhalt zu nennen, sondern Gehalt. Klingelt es?
Ja, unsere Sprache ist ein Schatz aus fantastischen Wörtern. Ein Wortschatz kurz gesagt. Und so passt Gehalt als Inhaltsangabe in der Wirtschaftswelt, doch so viel besser. Gehaltvoll ist eine gute Keynote. Das Gehalt ist die Entlohnung am Ende des Monats für absolvierte Leistung. Den Gehalt von Substanzen kann man messen. Klingt fast nach KPIs, oder?

Anyway. Hier die Essenz aller Kapitel als Vorgeschmack

©Kreatives Unternehmertum

Über das Anliegen des Buches

Für mich sind Unternehmen mehr als Organisationen. Sie tragen Herkunft, Eigenart, Verantwortung, Prägungen und Spuren ihrer Zeit in sich. Sie haben eine Identität. Und diese Identität wirkt, ob wir sie bewusst gestalten oder nicht.

Ich wollte diesen Blick weitergeben. Denn, wenn wir Unternehmertum als Kulturform betrachten, dann erkennen wir wieviel es mit Identität, Würde und Wirkung zu tun hat. Und im besten Fall sehen wir diese Perspektive als Möglichkeit, das eigene Unternehmen nicht nur zu organisieren, sondern es in seiner Eigenart zu verstehen, zu formen und in seinem Auftritt bewusster zu führen.

Denn alles, was ein Unternehmen im Innersten prägt, wird irgendwann sichtbar.

Genau deshalb spielt Ästhetik in meinem Denken ja eine so große Rolle.

Werden wir erkennbarer oder beliebiger? Folgen wir unserer inneren Logik oder nur dem nächsten Impuls von außen? Gestalten wir unser Wirtschaften bewusst oder überlassen wir es dem Wildwuchs und vor allem den Dingen, die von außen kommen? Was wird aus einem Unternehmen, wenn es sich selbst wirklich ernst nimmt? Und was wird aus einem Unternehmer, wenn er sich ernst nimmt? Und was wird aus einem Land, in dem Unternehmertum ernst genommen wird …

Eine Bedienungsanleitung für dieses Buch

Dieses Buch ist also kein Ratgeber oder so ein Fachbuch mit ganz ernsten und wissenschaftlich fundierten Quellenangaben. Dieses Buch möchte auch nicht abgearbeitet werden. Es passt in keine Schublade, sondern liegt lieber auf einer drauf.

Es ist mehr wie ein Raum. Oder mehrere. Wie eine kuratierte Ausstellung, in der Gedanken, Bilder, Zitate und Fragen auf Sie warten. Manche werden Sie sofort erreichen. Andere vielleicht erst später. Manche werden Sie erfreuen, andere irritieren, manche werden etwas in Bewegung bringen, das vorher noch keinen Namen hatte. Und ja, manches wird vielleicht für Irritation sorgen. Aber keine Angst, es wird nicht weh tun.

Sie dürfen darin blättern, springen, verweilen, zurückkehren. Beginnen Sie dort, wo Sie sich angesprochen fühlen. Tagesformabhängig. Anlassbezogen. Intuitiv.

Denn es geht nicht darum, am Ende eine fixe Anzahl an Erkenntnissen mitzunehmen. Es geht darum, etwas wirken zu lassen. Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer Antwort, sondern mit einem Impuls, der irgendwie in einem arbeitet. Das ist Teil des Konzeptes.

Und nun wünsche ich Ihnen und euch viel Entdeckerfreude, den Genuss von Neugier und Momente, die kitzeln.

Weiter
Weiter

Review KU Kongress 2026. Wenn Raum zur Methode wird.